Diejenigen, die gerne wandern, wird es bestimmt interessieren, dass direkt beim Bauernhof der Wanderweg N° 1 beginnt, über den man in wenigen Minuten den Gebirgsgrat der Cinque Terre erreicht. Solltet ihr hingegen ein Transportmittel bevorzugen, könnt ihr bequem und sehr schnell die Stadt erreichen, von der Züge und Fähren Richtung 5 Terre, Lerici und Portovenere fahren. Oder ihr könnt euch Richtung Varatal oder Lunigiana aufmachen, die Steinbrüche von Carrara besuchen sowie die mondäne Versilia.
Woran erkennt man die verschiedenen Jahreszeiten in unserem Bauernhof? Am Duft der Arzneikräuter, des wohlriechenden Basilikum, der immergrünen Oliven, des Rosmarin, der Myrte, des Lorbeer, die direkt hinter dem Haus beginnen und euch bis zum Wald begleiten mit seinen Geräuschen und verzauberten Kobolden. An den angenehmen Sonnenstrahlen die im Frühjahr die Dörfer der Umgebung wecken. Am intensiven Duft der unglaublichen Herbsttage wenn weitab von den Hügeln 'das Meer schreit und weiss schimmert'. An den vielversprechenden Augen der Frauen umhüllt von der Wärme des Sommers und gestreichelt von der frischen Abendbrise. An den glänzenen Augen der Männer, wenn sie fast mit etwas Furcht eine Weinflasche aus den 5 Terre entkorken.
Mein Grossvater hiess Romualdo Attilio, aber alle kannten ihn als “Tilan“. Er war ein grosser und stattlicher Mann mit Riesenhänden und zwei grossen Leidenschaften: das Brot und die Küche.
Deshalb errichtete er eine Bäckerei und ein Wirtshaus. Diese Leidenschaft wurde weitergegeben. Es gibt zwar heute die alte Bäckerei nicht mehr, aber neben der Gastwirtschaft befindet sich in einem Gebäude, das an ein Puppenhaus erinnert ein alter Holzofen. Vielleicht gelingt es euch, mich zu überreden, Brot und Focaccia nach alten Rezepten zuzubereiten, so wie damals als das ganze Dorf von diesem angenehmen Duft geweckt wurde, und vielleicht gelingt es euch auch, mich zu überreden, die Gerichte der antiken, wohlriechenden und einfachen ligurischen Küche (die für meine Mutter nach wie vor sehr wichtig ist) für euch zuzubereiten. Solltet ihr es nicht schaffen, mich zu überzeugen, verzweifelt nicht, sondern fragt mich einfach nach den besten Lokalen der Gegend, und ihr werdet bestimmt nicht enttäuscht werden.Was soll man hier machen? Das Schöne ist, nichts zu machen! Denkt einmal nach? Ganze Tage, ohne einen Finger zu krümmen! Wäre das nicht wunderbar? Mit jemanden plaudern oder einfach in Erinnerungen schwelgen, gemütlich spazieren und lange ausschlafen, früh aufstehen, um zu sehen, was in den Feldern gewachsen ist, im Schatten der Eiche lesen, mit den Kindern spielen (wir vergessen so oft darauf), den Sonnenuntergang geniessen mit einem Glas Wein in der Hand. Mir beim Brot- und Focacciabacken helfen oder mit mir mysteriöse Ortschaften entdecken: vielleicht den Schmetterling von San Lorenzo bei der Sonnwende bewundern; oder das Lagerfeuer von San Giovanni vorbereiten und wie in Lissabon feiern mit dem unglaublichen Geschmack von gegrillten Sardinen. Wir können so viele Dinge gemeinsam unternehmen, aber ich sage es noch einmal: Lasst uns wenigstens für kurze Zeit ohne Verpflichtungen leben.